Als ich den Raum betrete (weg von einer mit laut lachenden, gut gelaunten Menschen überfüllten Einkaufsstraße) schmiegt sich der fehlende Widerhall an mich, hüllt mich ein, wirkt beruhigend, nimmt das Tempo heraus.
Erstaunt finde ich mich in einer durchaus nennenswert gut besuchten Buchhandlung wieder, doch wirkt alles leiser, entspannter, rücksichtsvoller. Selbst das Herumschreien der Kinder, hinter denen Elternteile herlaufen und sie belehren, man klettere hier nicht umher, ficht mich weniger an.

In den Tagen zuvor verbreiteten nicht nur die Wände jener Täler, die wir durchmaßen, unangenehme Dichte: Die Luft wiegt hier schwerer. Es ist erstickend romantisch. Ich kenne solche Gegenden aus meiner Kindheit und Jugend. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf (wie jene hier!) am Waldrand. Eine glückliche Jugend - würde ich ein Buch darüber schreiben. Ich liebe die Berge, begänne das nächste Kapitel (heute weiß ich: wenn ich oben bin deutlich mehr). In den Tälern wird mir unbehaglich neben den schattenspendenden Riesen. Klein fühle ich mich, zusammengedrückt in den Gassen der kleinen Weiler an ihrem Fuß. Nach einiger Zeit fühle ich mich wörtlich bedrückt.
Weshalb nehme ich eigentlich immer die nicht angefangenen Ketchup-Beutel mit? In den Raum blickend, die Regale nach Büchern zum Thema Fotografie absuchend; Kunst oder Hobby?

Es atmet sich leichter in dieser Stadt, in der es Buchhandlungen gibt. Man kann lautloser Seufzen: der Langflorteppich absorbiert jeden Schall.